Entgegen dem bisherigen Trend fuhren die Streitschlichter:innen in diesem Schuljahr am Ende des Schuljahres zu den jährlichen Projekttagen in die Sportschule Lastrup. Da der traditionelle Termin zum Schuljahresbeginn zunehmend mit anderen schulischen Veranstaltungen kollidierte, einigte man sich auf diesen neuen Zeitpunkt. So konnten auch die 13.-Klässler – ohne es zu Schuljahresbeginn geahnt zu haben – ein letztes Mal an der AG-Fahrt teilnehmen.
Insgesamt nahmen 25 Streitschlichterinnen und vier Streitschlichter teil, begleitet von Miriam Schmitz, Marlene Tietzel und Bärbel Bröring. Die Fahrt fand vom 11. bis 13. Juni 2025 statt.
Zum Einstieg in den Workshop wurde die neue Handyordnung in Hinblick auf ein verändertes Konfliktverhalten der Schüler:innen – insbesondere während der Pausen – thematisiert. Dabei wurden sowohl positive Aspekte (mehr Gespräche, mehr gemeinsames Spiel) als auch negative Aspekte (einige Schüler*innen werfen aus Langeweile Steine, wissen mit der gewonnenen Pausenzeit nichts anzufangen; Cafeteria und Mensa fehlen als Aufenthaltsräume, für die es bislang keinen Ersatz gibt) diskutiert. Insgesamt zeigte sich eine tendenziell positive Entwicklung – allerdings mit dem klaren Ziel, künftig mehr Räume und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Schüler:innen der Sekundarstufe I zu schaffen.
Am Mittwochvormittag standen die Grundlagen der Streitschlichtung auf dem Programm. Am Nachmittag wurde das Thema Mobbing vertieft. In dem sogenannten Fishbowl wurde eine Methode zur Mobbingintervention erprobt – als Kontrast zum „No Blame Approach“. Der Fokus lag dabei auf typischen und untypischen „Mobbingopfern“. Dabei wurde deutlich, dass Langeweile sowie das Funktionieren in einer „Ellenbogengesellschaft“ entscheidende Rollen beim Hineinwachsen in eine Mobbingtäterrolle spielen. Nicht selten sind Täter:innen selbst ehemalige Opfer.
Am Donnerstagvormittag durften wir Nadja Mieck vom Schutzengelprojekt zum Thema Gewalt begrüßen. Sie hielt einen sehr spannenden und emotional bewegenden Vortrag über verschiedene Formen von Gewalt, Jugendstrafrecht und deren Verbindungen zum Thema Suizid unter Jugendlichen.
Am Nachmittag setzten wir uns ausführlich mit Fragen- und Gesprächstechniken in Coachingprozessen auseinander. Die Zahl der Coachinggespräche an unserer Schule ist seit der Corona- Krise stark angestiegen. Daher ist es besonders wichtig, dass die Streitschlichter*innen jüngeren Schüler*innen effektiv helfen und sie begleiten können. Ein Perspektivwechsel, ein Blick in die Vergangenheit oder Zukunft sowie das Sprechen über eigene Ressourcen kann hierbei oft sehr hilfreich sein. Im Gegensatz zur klassischen Streitschlichtung, die meist ein bis drei Gespräche umfasst, erstrecken sich Coachingprozesse oft über Monate – mit variierendem Gesprächsbedarf. Nur so kann langfristige und nachhaltige Unterstützung geleistet werden.
Zum Abschluss des Tages trainierten wir in einem kurzen Workshop unser Verhalten in provokativen Situationen. In Rollenspielen wurden verschiedene deeskalierende Reaktionsmöglichkeiten erprobt. Dieses Training ist besonders relevant für den Einsatz der Streitschlichter:innen in den Verfügungsstunden im Rahmen des schulischen Gewaltpräventionsprogramms.
Am Donnerstagabend wurde es – wie immer – bunt und kreativ. Unter der Aufsicht einiger VIPs (darunter die 13.-Klässler Emilie Baum, Monsicha Jinda und Elias Hofmann sowie die ehemaligen Streitschlichter:innen Felix Tensing und Adina Kremer) traten die Teams Tietzel, Schmitz und Bröring in verschiedenen Zeitreise-Spielen gegeneinander an. Die Vorbereitungsgruppe „Bunter Abend“ hatte ein abwechslungsreiches Programm organisiert:
Zeitreisemaschinen mussten gebaut, Theaterstücke zum Mittelalter, zur Piratenzeit und zur Hippie-Ära aufgeführt werden; Mumien wurden erschaffen und berühmte Persönlichkeiten mussten via Dosenwerfen „in ihr Grab“ gebracht werden. Zudem war Zeitwissen gefragt, etwa beim Erraten von Epochen oder dem Erkennen echter und unechter Mythen.
Besondere Highlights des Abends waren die Kostüm-Challenge zum Thema „Zeitreise“ – den ersten Preis der VIPs gewann Ida Waterkamp – sowie eine liebevoll gestaltete Fotowand, an der Sofortbilder gemacht werden konnten. Der Aufführungsort selbst war mit viel Liebe zum Detail dekoriert.
Am Freitag ging es nach einer kurzen Evaluation zur Bowlingbahn nach Vechta. Dort beendeten wir die Projekttage bei einem gemeinsamen Mittagessen.
Wie in jedem Jahr wurde die arbeitsintensive Fahrt durch zahlreiche Teamspiele aufgelockert: Emojis mussten pantomimisch dargestellt, Asteroiden „erlöst“, kreative Schimpfwörter gefunden und Dinge zugegeben werden, die man noch nie gemacht hat. Wir waren auf den Spuren von Museumsräubern und Animateuren – stets bemüht, durch gute Kommunikation zur Königin oder zum König der Erbsen gekrönt und Herr bzw. Frau über jedes Stuhlchaos zu werden. Wer Genaueres wissen möchte, fragt am besten direkt die Teilnehmenden.
Ein großer Dank geht an den Förderverein unserer Schule, der – wie jedes Jahr – mit großzügiger finanzieller Unterstützung diese Fahrt überhaupt erst möglich gemacht hat.
Für die Streitschlichter-AG: Bärbel Bröring




