Der Mittwoch brachte Erfahrungen ganz anderer Art, für uns schockierend. In Lidice und dem ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt wurden wir mit den Verbrechen der Nationalsozialisten in Tschechien konfrontiert. Lidice war im Zuge einer Racheaktion wegen des Attentats auf Reichsprotektor Reinhard Heydrich von den Nazis gänzlich zerstört worden, darüber erfuhren wir vieles auf dem Gelände und in einem kleinen multimedial aufbereiteten Museum. In Theresienstadt wurden wir von einem Reiseleiter durch die ehemalige Festung, die von den Nazis zu einem KZ umfunktioniert wurde, geführt. Die Massenzellen, die Ratten aber auch das Betreten feuchter, völlig abgedunkelter Kerkerzellen überzeugten uns von der Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus. Auch der NS-Propagandafilm führte uns die Verlogenheit des Systems vor Augen.
Am letzten Tag kamen shoppingsüchtige Mädchen oder nach Prager Spezialitäten lechzende Jungen (und auch Mädchen) auf ihre Kosten. Uns faszinierte bei einem unseren privaten Trips durch die Stadt vor allem das ,,tanzende Haus". Einige nahmen an Sportevents von Sparta Praha teil, andere gingen in den Prager Zoo. In einem Discounter sind wir wohl nicht mehr willkommen, da eine Schülerin unabsichtlich einige Parfümflaschen demolierte. Unsere Lehrer favorisierten für den letzten Tag die John-Lennon-Gedächtnismauer, ein Besuch im Atombunker des Hotels Jalta am Wenzelsplatz sowie die nationale Gedenkstätte in St. Kyrill Method, die den sieben tschechischen Fallschirmjägern gewidmet ist, die 1942 an der Ermordung Heydrichs beteiligt waren.
Nach so vielen Erlebnissen traten wir am Freitagmorgen, wenn auch ziemlich unausgeschlafen, mit dem Zug die Heimreise an und verabschiedeten uns in die Herbstferien.
Florian Pöhler, Leon Gebauer


