Daher begeht das Clemens-August-Gymnasium im Jahre 1989 sowohl den 75. Jahrestag seiner Gründung als auch den 40. Jahrestag seiner Namensgebung. Diese beiden Jubiläen bieten den konkreten Anlaß für den nachfolgenden Rückblick auf die Geschichte der Schule.
- Vorgeschichte: Lateinschule
- Realprogymnasium (1914-1923)
- Realgymnasium (1923-1932)
- Aufbau der Deutschen Oberschule (1932-1939)
- Kriegszeit (1939-1945)
- Neubeginn (1945-1953)
- Nachkriegszeit (1953-1966)
- Reformzeit (1966-1978)
Schlußbetrachtung
Im Jubiläumsjahr 1989 sind seit dem Abschluß der Einführung des Kurssystems in der Oberstufe des Clemens-August-Gymnasiums genau zehn Jahre vergangen, die eine erste Bilanz als angemessen erscheinen lassen. Auch sonst ereignete sich an der Schule und in ihrem sozialen und politischen Umfeld zwischenzeitig einiges, aus dem sich mühelos Stoff für ein weiteres Kapitel dieser Schulchronik gewinnen ließe. Dennoch erscheint es nicht als sonderlich sinnvoll, auch die vor- läufig letzten zehn Jahre der Geschichte des Clemens-August-Gymnasiums in dieser Chronik mit zu berücksichtigen. Zweifellos markiert das Jahr 1979 einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte der Schule, der auch den Beginn eines neuen Kapitels in einer Chronik zu rechtfertigen scheint. Aber der weitere Verlauf der schulgeschichtlichen Entwicklung, der 1979 begann, oder gar das Ziel dieser Entwicklung sind vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Standes der bildungspolitischen Diskussionen auf den verschiedensten politischen Ebenen weniger denn je zu überschauen und entziehen sich daher grundsätzlich der Darstellbarkeit durch Historiker, die es gewohnt sind, nur solche Entwicklungslinien nachzu- zeichnen, von denen sie nicht nur den Anfang zu kennen glauben, sondern wenigstens umrißhaft auch das vorläufige Ziel oder Ende. Diese Voraussetzung besteht im vorliegenden Fall nach Einschatzung des Vertassers jedoch nicht.
Nachwort des Redakteurs
Die Oberstufenreform war in organisatorischer Hinsicht gut vorbereitet; doch machte sich das Fehlen eines klar konturierten inhaltlichen Konzeptes und eindeutiger Zielvorstellungen bei der inhaltlichen Gestaltung erschwerend bemerkbar. Erst im Laufe von nahezu 10 Jahren wurden diese Defizite allmählich ausgeglichen — darüber wird an anderer Stelle berichtet.
Ein einschneidendes Geschehen der letzten Jahre war die Auflösung des Gymnasiums II. Sie ergab sich für den Schulträger aus dem im Landkreis Cloppenburg seit 1968 einsetzenden Rückgang der Geburtenzahlen als zwingende Notwendigkeit. So mußten zum Schuljahresbeginn 1984/85 Lehrer und Schüler des Gymnasiums II notgedrungen in das Clemens-August-Gymnasium übersiedeln und sich, zumeist gegen ihren Willen, aber doch zugleich guten Willens, in einer neuen Umgebung als Minderheit zurechtfinden. Es wäre eine Illusion zu glauben, dies habe ohne Belastungen und Verletzungen geschehen können, trotz aller Bereitschaft auf beiden Seiten, das erzwungene Miteinan- der mit menschlichem Verständnis füreinander zu gestalten, und trotz der guten äußeren Voraussetzungen, die der Schulträger bei der Raumversorgung und Ausstattung mit Lehrmitteln geschaffen hatte. Daß zwischen den Kollegien teils durch die Kooperation in der Oberstufe, teils durch Abordnungen an die jeweils andere Schule, teils durch die gemeinsame Arbeit vor der Gründung des Gymnasiums II viele Beziehungen bestanden, daß ferner die Elternvertretung des Gymnasiums II einerseits mit dem notwendigen Nachdruck die Interessen dieses Teiles der Schülerschaft vertrat und andererseits mit Einfühlung und Verständnis die Erfordernisse des neuen Ganzen berücksichtigte — all das war hilfreich in dem schwierigen Prozeß des Zusammenwachsens der beiden Schulen. Er kann jetzt, nach fast fünf Jahren, alles in allem als geglückt angesehen werden. Wie die nähere und weitere Zukunft unserer Schule sich gestalten wird, kann wohl niemand klar voraussehen: Es sind Entwicklungen sowohl innerhalb ihres Einzugsbereiches als auch landes- und bundesweit möglich, die ihre Entfaltung in unterschiedliche Richtungen steuern können. Lithografie


